Im letzen Beitrag hatte ich ja schon kurze Hinweise auf eine holprige Anfahrt gegeben.

Mittwoch, den 30. Juni 21 verließen wir eilig einen Tag früher als geplant Horta/Faijal. Die Wetterberatung aus Kiel riet uns zum sofortigen Ablegen, da uns ansonsten Sturm und Wellen für viele Tage einweht. Also raus! West 6 – 7 Bft und „schön“ wellig und mit 2 Reffs. „Bum-Krach“-Einsegeln einer Crew, die gleich darauf im Gesicht grün wie Aliens übers Deck stolperte.

Skipper: Erich
Crew: Frauke, Renate, Marcus, Martin, Siegfried, Heiko und ich am Tag vorm Auslaufen:

v.l. : Frauke, Siegfried, Heiko, Renate, Marcus, Erich, Martin, Gundolf

Wachen sind eingeteilt, es wird mit drei Wachen zu je vier Stunden gesegelt:

8 bis 12 (und 20 – 24) machen Erich, Renate und Martin
12 bis 16 (und 00-04) Gundolf, Siegfried
16 bis 20 (und 04-08) Marcus, Frauke, Heiko

Es folgten Tage mit Wind von 30 und Böen bis zu 40 Knoten, Flauten auch, hin und her und meistens von vorne. Jeden Tag wurde es kälter und nasser. (Qaqortog, jetzt gerade wie ich das schreibe,hier hat es jetzt nur noch 6⁰C und Regen).

stürmisches Wetter auf dem Atlantik

Martin & Heiko beim Geschirr spülen

Natürlich wie immer, wenn ein Gefährt über holprigen Grund stampft, geht etwas kaputt. Das ist dann mein Einsatz: erst leckte die Kühlleitung zur Schraubenwelle, dann lief viel Diesel in die Bilge, dass es im ganzen Schiff nur so stank (das passte „prima“ zur Seekrankheit 🤪). Der Grund waren verrostete Kraftstoff Filter der beiden Dieselheizungen. Immer wenn wir Kraftstoff vom Haupttank in den Tagestank des Motors umpumpten, leckte es aus vielen kleinen Löchern! Als nächstes Problem dann der Wassermacher, er spritzte aus einer gelockerten Hochdruckleitung eimerweise Seewasser ins Schiff. In der Bilge schwappte es dauernd. Im „Loch“ zu arbeiten, während die anderen an Deck der Gischt trotzen geht schon…man hat es zumindest schön warm.

Moterraum eines Segelbootes

Maschinenraum der Freydis

Hier probiert Erich das frisch gemachte Süßwasser aus dem reparierten Wassermacher:

Erich prüft das frische Trinkwasser an Bord der Freydis

Sonnenuntergang, eine Nacht auf dem Atlantik beginnt

Gundolf auf „Hundewache“

Wetterbericht kommt über Satellit

Marcus & Renate beim Kochen

Renate und Marcus brachten köstliches Essen auf den Tisch, egal bei welchem Wetter. Marcus hatte am 15. Tag der Reise Geburtstag, den wir mit Gesang, Kuchen und Schampus feierten. Unter fachkundiger Anleitung unseres Chorleiters Heiko, gelang das Ständchen gut und laut 🎶 .(keine Fotos).

Frauke als Brotbäckerin

Frauke bereicherte den Speiseplan mit an Bord selbst gebackenen Brot und entwickelte sich an Deck zur respektablen Steuerfrau.

Frauke am Steuer

Land in Sicht, Kap Farvel, Grönland!

Endlich kommt Grönland in Sicht, wir steuern genau auf das Kap Farvel, der Südspitze zu. Natürlich läßt es uns nicht ungeschoren heimlich an sich vorbei! Erst nach nächtlichen Einlegen des 3. Reffs und stundenlangem Beiliegen gibt es den Weg frei.

Jetzt sind die Wachen in der Nacht mit einer weiteren Person besetzt und es wird ständiger Ausguck mit dem „Steiner“ und auch mit Radar gehalten. Das 7×50 „Navigator“ wurde uns freundlicher Weise von der Bayreuther Firma Steiner zum Testen bereitgestellt. Es handelt sich um eine neue Ausführung der bekannten Reihe der Marinegläser und hat uns mit seiner Handlichkeit und Nachtsicht sehr gut gefallen. So wurde damit der erste Eisberg gesichtet.

Handyfoto durch das Fernglas: der 1. Eisberg!

Radarbild auf der Freydis

Grandiose Natur aus Fels, Eis und Wasser und hin und wieder ein ausblasender Waal lassen uns staunend zusehen.

Waal

Grönlands Küste

Nachts am Ankerplatz, immer noch hell und Ankerwache wegen dem Eis.

Eis im Prinz-Kristian-Sund

 

Qaqortog! Ziel dieser Etappe mit der Freydis. Leider müssen unsere Mitsegler unerwartet früh sofort von Bord, damit sie die letze Chance zum Heimflug bekommen, denn ab jetzt sind alle Flüge von und nach Grönland ausgesetzt! Icelandair fliegt nicht mehr und nun strandet die Folgecrew bereits in Reikjavik auf Island. Corona. Wie geht’s weiter?

Ankunft in Qaqortog, Westgrönland

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