Der Stellplatz hinter einer Werfthalle am Hafen ist so ein besonderer Ort, ähnlich wie ein Autofriedhof. Die Schönheiten der Vergangenheit, aufgereiht und gestapelt verweilen im Stadium zwischen Leben und Tod. Alter Rost, altes Holz oder gammeliges GFK warten auf eine Reaktivierung oder die endgültige Verschrottung. Ich sehe die Büge, die Wellen durchschnitten, die Schrauben die Wasser drückten und die Ruder, die die Richtung wiesen, nun trocken – Relikte. Der Stolz der Ersteigner, das Glück der Menschen die sich oder Waren damit um die Welt bewegten, der Frust der letzten Besitzer ob der Unmöglichkeit der weiteren Nutzung, alles das klebt hier für den sensiblen Besucher, wie teerhaltiger Geruch an den alten Planken.

Schiffsfriedhof

Überhaupt nicht gedrückt, eher angenehm interessiert wandele ich zwischen den Reihen der alten Schiffe, wie durch eine Bibliothek alter Werke. Geschichten zuhauf, irgendwie schön und gleichwohl eine Ahnung dessen, was man selber gerne noch machen möchte. Träume, die einem, finde ich, durch das tragen helfen können, was man allgemein den „normalen Alltag“ nennt. Dabei muss nicht jeder Traum zur Realität werden. Da kann man Sinnieren über  den berühmten Spruch: „träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum“ Haben die, die ihren Traum zum Leben machten, nun keine Träume mehr? Das wäre schade.

 

Trockendock

 

 

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