Die nächste „Rumpelnacht“ steht an. Das Meer ist kabbelig, jede Gewitterwolke um uns herum erzeugt eigene Wellen, die sich kreuzen. Wir schlängeln uns so durch. Es kracht und knackt laut in Boot. Im zweiten Reff liegen immer noch um die acht Knoten Fahrt an. Draußen wehts mit 18 bis 25 Kn und See 2 bis 3 Meter. Einzelne „Silberrücken“.
Der Plan ist weiterhin nördlich zu fahren, bis eine Westwindströmung gefunden ist.
„Ähm, Gundolf kommste mal, wir haben wohl ein Problem“ tönte Siggi zu mir. Wir hatten vorher Wachwechsel für die erste Nachthälfte. Oh je! Etwas stimmte nicht mit dem Großsegel. Die zweite Reffleine war am Achterlieg des Segels ausgebrochen! Nun hängt die ganze Blase an Backbord in den Wind und hat dabei gleich die Seite mit den Lazyjacks abgerissen. Die Jack-Leinenreste wickelten sich schon um die Vorschot um die auch noch zu blockieren. Schei… Und das im Dunkeln.
Erste Überlegung, dann eben das 3. Reff einbinden. Action! Vorne am Mast die Reffkausch einhängen, es ist kein Einleinenreff, wie das 1. und das 2. Fertig, wieder Schei…! Der ganze untere Teil des Segels ab Reff1 hängt weiterhin aufgeblasen nach außen. Die Lazyjacks fehlen ja und können das Tuch nicht halten. Löcher für Reffleine zum Bindereff gibt’s im Segel nicht. So kann man nicht sicher fahren. Also runter das ganze Ding und nach alter Methode mit Bändsel am Baum gebunden. Klar, locker, nur dunkel, regnerisch, 3 Meter Welle und so hoch oben auf dem Dach von nem Kat! Gerd und ich klettern angeleint hoch und sind nach einer halben Stunde fertig, nicht nur mit dem Segel. Man war das schwer.
Anschließend machte Gerd seine Schicht bis 2 Uhr, es regnet und blitzt. Dann ich wieder bis 6 Uhr, es regnet und blitzt. Ein Squall nach dem anderen und bei den Rändern, Böen bis 32 Knoten, einzelne Wellenberge im Mondlicht vielleicht 5 Meter. Jetzt habe ich Freiwache und gehe pennen

Unser Plan

Wo wir sind

Durchmogeln? Nicht geklappt 😜


Das aufgebundene Groß

Die ausgerissene Reffkausch

